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edition May/June 2019

Verletzlichkeit verwandeln

Jeremy Wade am HAU2 und in den Sophiensælen

"The Clearing", Jeremy Wade © Rosa Birkedal "The Clearing", Jeremy Wade © Rosa Birkedal

Christine Matschke
Tanzjournalistin

In seinem ersten Solo hat er versucht, dem eigenen Selbst zu entkommen. Seine Methode „Articulating Disorientation“ nennt er queer und das bedeutet für ihn „nirgendwo reinzupassen, kompliziert zu sein, die eigene Position ständig zu hinterfragen“ (tanzforumberlin.de).
Mittlerweile ist Jeremy Wade so etwas wie ein Spezialist in Sachen sozialer Fürsorge. Nach „Between Sirens“ (2018) nimmt  sich Wade in seinem neuen Solo „The Clearing“ am HAU2 nun krankmachender gesellschaftlicher Strukturen an. Das dürfte in gewohnt dunkelhumoriger und charismatischer Manier geschehen.
In „Glory“ (2007), das an den Sophiensælen wiederaufgenommen wird, verkehren sich Selbstschutzstrategien ins Gegenteil: Zwei über ihre Münder miteinander verbundene Performer setzen sich in einem Körperformen verdrehenden Duett der Brutalität normativer Körperansprüche aus. Was anfangs als Kuss noch zärtlich erscheint, kippt ins Übergriffige, suggeriert Macht und Kontrollverlust. Die 2019er-Version des Stücks zeigt die Nahtstellen von Queer Theory und Disability Studies auf. (cm)

Jeremy Wade
The Clearing
02.-05. Mai 2019
HAU2
www.hebbel-am-ufer.de
Jeremy Wade
Glory
20.-23. Juni 2019
Sophiensæle
www.sophiensaele.com

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