Raumbüro Freie Szene: Umfrageergebnisse zum Raumbedarf der Freien Szene Berlin 2025

Veröffentlicht: 29.09.2025

Die Koalition der Freien Szene Berlin und das Raumbüro der Freien Szene haben vom 02.06. – 20.07.2025 eine Umfrage zur Situation von Arbeits- und Probenräumen in Berlin für die Kunstsparten Darstellende Künste, Literatur, Musik, Tanz und Projekträume/-initiativen durchgeführt.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das Arbeitsraumprogramm des Landes Berlin für die oben genannten Kunstsparten bewertet wird und wie die strukturellen Rahmenbedingungen für freischaffende Künstler*innen in der Stadt gegenwärtig aussehen.

 

"Wir sind angesichts der Ergebnisse der Umfrage vom Raumbüro Freie Szene bestätigt und erschüttert zugleich: In allen Fragen, die die finanzielle Situation des Tanzes betreffen und dementsprechend das Angewiesensein auf bezahlbare - also subventionierte - Arbeitsräume unterstreichen (93,5%!), liegt der Tanz zum Teil deutlich über dem Durchschnitt der Befragten. Finanzielle Belastung und hohe Mietpreise stellen mit Abstand das größte Problem bei der Raumsuche dar, umso nachvollziehbarer, dass Tanzschaffende bereits jetzt überdurchschnittlich die subventionierten Räume aus dem Arbeitsraumprogramm nutzen. In der Angabe des Bedarfs an vorrangig temporär nutzbaren Räume verdeutlicht sich wiederum das strukturelle Defizit des Tanzes: Kaum eine Handvoll Tanzkünstler*innen verfügt über langfristige Förderungen, die absolute Mehrheit arbeitet sehr kurzfristig, projektbasiert und oft unfinanziert. Die Umfrage zeigt aber auch: Sehr viel selbstverständlicher als in anderen Sparten ist für den Tanz eine kooperative Arbeitsweise, das Teilen von Räumen als gemeinsamer Ressource und damit auch eine hohe Effizienz und Kreativität der Sparte in der aktiven Raumnutzung. Die Erhebung verdeutlicht die insgesamt absolute Notwendigkeit des Arbeitsraumprogramms für alle Sparten ebenso wie der Arbeit des Raumbüros Freie Szene und sie macht klar, welch großen Schaden die extremen finanziellen Einschnitte an dieser Stelle anrichten werden. Für den Tanz als genuine Raumkunst droht hiermit eine weitere Säule seines ohnehin viel zu fragilen Gerüsts wegzubrechen."

- Marie Henrion, Tanzbüro Berlin

 

Alle Ergebnisse der Umfrage können hier  eingesehen werden.

 

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